Aqua parva - Internet-Magazin für Nano- und Kleinaquaristik

Otocinclus vittatus & Co. - Keiner für alle

Possierlich und sicherlich ein guter Algenfresser - das wird mancher Anfänger beim Anblick eines Otocinclus vittatus oder Gattungsgenossen (Ohrgitterharnischwelse) denken. Possierlich ist er. Aber ein guter Algenvertilger? Na ja. Und eigens für diesen Zweck sollte er sowieso nicht angeschafft werden, denn als nebenher laufende und vom Pfleger weitgehend unbeachtete Algenpolizei ist er viel zu empfindlich. Otocinclus erfordert hohe Aufmerksamkeit, ständige Kontrolle und Erfahrung.



Die Artbestimmung von Otocinclus ist nicht einfach. Bei dem Tier auf dem
Bild handelt es sich sehr wahrscheinlich um O. macrospilus.



Bettas

Mögen Bettas (Kampffische) es warm? Und wenn ja, wie warm? Ein Blick auf den natürlichen Lebensraum gibt eine Antwort auf dieses unter Aquarianern beliebte Streitthema und verrät noch einige andere Dinge.
Nach diesem Exkurs steht die Zuchtform von Betta splendens (Siamesischer Kampffisch) im Fokus - allerdings nicht die auffälligen, kämpferischen Männchen, sondern die etwas sanftmütigeren und unproblematischeren Weibchen.



Das Bild von Bernd Kaufmann wurde zwar nicht in Thailand oder Kambodscha
aufgenommen, sondern in Sri Lanka in der Nähe von Bandaragama
(Sri Lanka-Exkursion 2008), aber es vermittelt einen guten Eindruck
eines asiatischen Biotops mit stehenden oder nur schwach bewegtem Wasser,
wie es von den meisten Betta-Arten geschätzt wird.



Mikrogeophagus ramirezi - In klein geht nur allein

Ursprünglich aus Venezuela und Kolumbien stammt Mikrogeophagus ramirezi, bekannt auch als Südamerikanischer Schmetterlingsbuntbarsch. In seiner Heimat lebt er den Quellen nach in nur schwach oder gar nicht fließenden Gewässern. Er ist ein Bewohner der Uferzone und schätzt daher einen versteckreichen Aufbau des Aquariums mit viel Holz und Pflanzen. Den Bodengrund kann man locker mit Laub (Eiche oder Buche) abdecken, was dem Bedingungen am natürlichen Standort entspricht. Neben einer versteckreichen Einrichtung des Aquariums ist dem Zwergbuntbarsch nach Möglichkeit ein sandiger Bodengrund anzubieten. Für die Haltung im Kleinaquarium ist er bedingt geeignet.



Mikrogeophagus ramirezi ist trotz Domestizierung immer noch ein
empfindlicher Fisch, der sorgfältig gepflegt werden will. Allerdings reicht
den Nachzuchttieren inzwischen härteres, leicht alkalisches Wasser.
Für die Zucht ist aber Weichwasser (maximal 10 °dGH) unter 7 pH notwendig.



Neolamprologus multifasciatus - Bob der Baumeister

Sand und ein Schneckenhaus, viel mehr braucht Neolamprologus multifasciatus (Gestreifter Schneckenbuntbarsch) nicht zum Glücklichsein. Beheimatet ist der kleine Schneckenbuntbarsch, der kaum größer als 4 cm wird, im ostafrikanischen Tanganjikasee. Dort bewohnt er die Sand-Flächen im Übergangsbereich zur Geröllzone. Als waschechter Ostafrikaner schätzt der Gestreifte Schneckenbuntbarsch alkalisches Wasser mit einem pH-Wert von eindeutig über 7. Weiterhin sollte das Wasser hart sein, 10 °dKh und mehr sind ihm sehr zuträglich.



Der Gestreifte Schneckenbuntbarsch ist kein knallbunter Pflegling
aber hochinteressant im Verhalten. Langweilig wird es

in einem Aquarium mit Neolamprologus multifasciatus nie.



Nothobranchius guentheri - Juwel mit schlechten Manieren

Nothobranchius guentheri (Günthers Prachtgrundkärpfling) gehört zu den annuellen Killifischen, was bedeutet, dass das hübsche Fischchen nur eine begrenzte Lebensdauer von maximal 15 Monaten hat. Das liegt daran, dass die natürlichen Habitate von Nothobranchius guentheri im Jahresverlauf austrocknen und der Fisch sich an diesen Zyklus derart angepasst hat, dass er auch zugrunde geht, wenn sein Lebensraum nicht austrocknet. Gehalten wird er im Artaquarium, wo er seinem Pfleger am wenigsten Kopfzerbrechen bereitet.
Hier geht es zum Portrait



Nothobranchius guentheri, hier in der roten Farbvariante, ist wie eigentlich
alle Prachtgrundkärpflinge ein außerordentlich attraktiver Pflegling im Aquarium.
Seine Schönheit sollte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass er ein echtes
Rauhbein ist. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Fischen sowie von der Haltung
mehrerer Männchen in einem Kleinaquarium ist daher dringend abzuraten.


Weitere Portraits im Archiv

Aphyosemion striatum - Am glücklichsten unter seinesgleichen

Tanichthys albonubes - Des Arbeiters Neon


Dario dario - Blaubarsch in Scharlachrot

Anentome helena - Hübscher Raubritter

Red Fire Garnelen - Zu schön, um ordinär zu sein


Startseite          Flora          Technik & Test          Aqua-Praxis          Literatur          Aqua-Kids          Archiv          Links